Der gute Zweck 2. November 2016

Wir bemerkten erst bei der Finissage zu meiner ersten Ausstellung, dass eines der Bilder mutwillig beschädigt wurde: jemand zog es vor, dass Gesicht von Julian mit Gewebeband zu überkleben. Ablösen unmöglich. Ein paar Mitglieder der Fotogalerie Potsdam sagten mir, dass sowas bisher noch nie vorgekommen sei, es stellt sich halt nur die Frage ob "Erster!" in diesem Falle so schön ist. Wer es war ist nicht bekannt, ob sie oder er die abgebildete Person nicht mochte, rauchen nicht so toll findet oder einfach nur - um es mit den Worten von Edward Norton aus Fight Club zu sagen - etwas schönes zerstören wollte, keine Ahnung. So wirklich gekümmert hat es mich aber auch nicht, dafür war der Rest des Abends zu schön.

Vergessen habe ich es allerdings auch nicht. Nun könnte ich mich darüber wahnsinnig ärgern, der Person alles Schlechte dieser Welt an den Hals wünschen, dass sie oder ihn der Blitz beim Scheißen trifft...

...oder noch besser, ihr oder ihm ein Schnippchen schlagen und das Bild verkaufen. Als das Unikat, dass es durch die Aktion erst geworden ist. Und mir dabei ins Fäustchen lachen, dass der angerichtete Schaden doch noch mein Gewinn wird...

... oder lege den Erlös aus dem Verkauf nochmal oben drauf und spende den gesamten Erlös an Ärzte ohne Grenzen. Denn ich bilde mir jetzt einfach mal ein, dass es hierbei um ein - leichtes - Statement gegen das Rauchen ging, weil hier ein Raucher in einem Umfeld gezeigt wurde, in dem sich auch Kinder bewegen. Kann schon sein, dass ich da etwas naiv bin, aber eigentlich brauche ich auch keinen speziellen Grund, um mit meinen Bildern etwas Gutes zu tun.

Und ich freue mich sehr darüber, dass Christoph Ermert das Bild kaufte und die Ärzte ohne Grenzen demnächst eine Spende über 180€ erhalten werden. Vielen Dank!