Christoph Boecken

Portraitfotograf aus Berlin

10.11.2016, 17:15 Uhr

Prints make you happy

Vor zwei Jahren unternahm ich schon mal einen Versuch: ein Bekannter von Steffen hatte seinen Vergrößerer seit gut 30 Jahren nicht mehr benutzt und wollte ihn in gute Hände abgeben. Lange nachdenken musste ich nicht, und nach einem guten Tag pendeln zwischen Hamburg und Berlin war ich glücklicher Besitzer eines Vivitar-Vergrößerers bis ins Mittelformat. Das Badezimmer notdürftig mit dunklen Vorhängen abgedunkelt und die ersten Versuche gestartet.

Allein, es machte keinen Spaß. Natürlich gab es das schöne Gefühl der Zufriedenheit, wenn man ein gelungenes Bild in den Händen hält, aber der Prozess war angesichts des beschränkten Platzes und der doch recht einfachen Ausstattung mühselig und nicht wirklich entspannend, und so verkaufte ich die gesamte Ausrüstung ein paar Monate später und dachte eine ganze Weile nicht mehr darüber nach.

Aber verdammt nochmal, Fotos gehören nun mal aufs Papier! Das wurde mir ja spätestens bei meiner ersten Ausstellung wieder bewusst, als ich nach dem Aufhängen der Bilder zum ersten Mal bewusst durch den Raum ging und alles auf mich wirken ließ. Fotos gehören in die Hand, an die Wand, man muss sie fühlen, sich wirklich darauf fokussieren können.

Seit etwa drei Wochen habe ich Zugang zu einer richtigen Dunkelkammer. Und ich fühle mich wieder wie ein Anfänger, stelle dumme Fragen, mache Fehler, brauche vermutlich so viel länger als ein erfahrener Printer, und es könnte mir im Moment kaum egaler sein, denn ich merke gar nicht, wie die Zeit vergeht und komme jedes Mal mit neuen Erfahrungen, neuem Wissen, neuen Abzügen und einem zufriedenen Lächeln wieder ans Tageslicht.

Noch sind es Babyschritte. Aber mit jedem Mal wird es besser.