Boys Don't Cry

8. January 2020

So genau weiß ich das nicht mehr, wann ich das Cover von The Cures Boys Don't Cry zum ersten Mal gesehen habe, vermutlich so etwa zehn Jahre her, es war aber auf jeden Fall als Poster in einer Kneipe im Berliner Wedding, als eine Band einer Bekannten von mir dort einen kleinen Gig hatten. Es stand nicht mal der Name des Songs drauf, aber sind wir doch mal ehrlich, es wäre auch nicht nötig gewesen, Robert Smith erkennt man schließlich auch so. Was mich daran aber so faszinierte, warum ich die nächste halbe Stunde eigentlich nix anderes tat als auf dieses Poster zu starren, das war ja nicht mal seine Haare wie man vielleicht zuerst denken könnte, sondern seine Haltung.

Diese gaaaaanz leichte Haltung nach vorne, vor allem aber seine nach innen gedrehten Beine und Füße, die diese Unsicherheit, Nervosität, vielleicht Lampenfieber so wahnsinig gut wieder geben. Ich stellte mir vor, wie der Gig in einer Minute beginnt und er hinter der Bühne mit sich hadert. Klar hätte http://velladesign.com/filter/the-cure texxt:Andy Vella ihn auch mit gerader Haltung, durchgedrücktem Kreuz und leicht breitbeinig fotografieren können, aber ey, das wäre eben nicht Robert Smith. Es mag nur eine winzige Nuance in diesem Foto sein, für mich ist es aber die entscheidende. Das ganze Foto steht und fällt mit seiner Haltung.

Ein Portrait ist eben nicht immer ein Gesicht. Ein Portrait ist das Abbild eines Menschen mit all seinen Facetten.