Der neue, naja, Scanner

24. February 2018

Mit der Qualität der Scans von Kleinbildfilmen war ich bei meinem Flachbettscanner eigentlich noch nie so richtig zufrieden: viel zu niedrige Auflösung und gerade Farbfilme waren immer ein Glücksspiel. Ich habe mir das gerne als "besonderen Look" schön geredet, mich damit aber eigentlich nur selbst belogen. Vor etwa einem Jahr gab es dann mal einen Versuch mit einem dezidierten 35mm-Scanner, das Gerät war allerdings selbst für meine gemütliche Arbeitsweise viel zu langsam, außerdem musste man jeden Frame einzeln scannen, was ich wiederum als sehr lästig empfand. Der Scanner liegt seitdem in irgendeiner Kiste und setzt Staub an.

Klar gibt es Scanner, die sehr gute Ergebnisse liefern und dabei durchaus schnell sein können, nur braucht man dafür auch das nötige Kleingeld. Oder, und das machen mittlerweile nicht gerade wenige, man fotografiert die Negative einfach mit einer digitalen Kamera ab. Also ein bisschen hin und her überlegt, ob ich mir wirklich wieder was Digitales ins Haus holen will, dann aber doch einem guten Bekannten seine ältere, aber nach wie sehr gute DSLR abgekauft, mich in einer Facebook-Gruppe, die das sogenannte "DSLR Scanning" zum Thema hat ein bisschen schlau gemacht über die Setups der Mitglieder und gestern und heute erste zaghafte Versuche gestartet.

Man kann da schon echt eine Wissenschaft draus machen, und ich überlege noch was ein für mich geeigneter Workflow sein könnte, aber rein von der Qualität und der Schnelligkeit bin ich schon jetzt trotz meines stümperhaften Setups ziemlich zufrieden, da lässt sich schon eine deutliche Steigerung feststellen. Hier mal ein direkter Vergleich

Also habe ich jetzt wohl einen neuen Scanner, der sogar fotografieren kann! Na wenn das mal nix ist...

Über Wahrnehmung in der Fotografie

7. February 2018

Joel Sternfeld, McLean, Virginia, December 1978 © Courtesy of the artist and Luhring Augustine, New York, 2012

All photographs are accurate. None of them is the truth. - Richard Avedon

Im einem älteren Beitrag zu einem Foto von Ampannee Satoh schrieb ich, dass keine Erklärung, kein Kontext gegeben wird, es aber für das Foto selbst auch keine Bedeutung hätte. Das ist so nicht ganz richtig, und ich habe das Gefühl, darauf etwas näher eingehen zu müssen.

Das oben gezeigte Foto ist echt beziehungsweise nicht gestellt. Zu sehen ist ein Feuerwehrmann, der an einem Stand einen Kürbis kauft, während seine Kollegen versuchen, das Feuer in einem zweistöckigen Familienhaus zu löschen. Es ist genau so passiert, als der Fotograf Joel Sternfeld an der Szene vorbei fuhr und ein Foto davon machte. Mehr Informationen als den Untertitel, der hier auch angegeben ist, bekommt man nicht. Sternfeld lässt damit Raum zur eigenen Beurteilung, dennoch fehlt ein eigentlich wichtiges Detail: bei dem brennenden Haus handelt es sich um eine Übung. Und das ändert die Wahrnehmung des gesamten Fotos deutlich.

Also Fotograf hat man eine gewisse Kontrolle darüber, wie ein Betrachter das Foto wahrnimmt, sei es durch Weglassen von Informationen, oder auch wie ein Foto aufgenommen wurde. Wie Avedon schon sagte: jedes Foto ist echt, aber keines gibt die Realität wirklich wieder, der Einfluss des Fotografen spielt immer eine Rolle. Das, und das wir ohnehin nur den Bruchteil einer Sekunde dokumentieren, aber das ist eine andere Geschichte. Das ist insofern wichtig, als das wir visuellen Darstellungen eher Glauben schenken als beispielsweise reinen Nacherzählungen. Beispiele für diese Art der Manipulation - und in diesem Kontext halte ich das Wort für angebracht - gibt es unzählige, so ist es heute selbst im Bereich des Fotojournalismus nicht mehr unüblich, Fotos zu inszenieren, um einen Effekt zu erzeugen (vgl. hier und hier, oder die Kontroverse um den Gewinner des World Press Photo Awards 2013).

Und bei der Wahrnehmung bleibt es meist nicht nur beim Foto selbst, oft geht es auch um die Umstände, in denen ein Foto vielleicht entstanden ist. Ein prominentes Beispiel ist das Foto eines hungendern Kindes im Sudan, während im Hintergrund ein Geier wartet, aufgenommen von Kevin Carter. Es gibt unterschiedliche Angaben dazu, wie das Foto entstanden ist, die kritische Frage, warum der Fotograf nicht eingegriffen hat, war aber stets präsent. Das Foto wurde mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet, etwa drei Monate nach Erhalt nahm Carter sich das Leben. Unter anderem gab er das Gesehene als Grund an.
Ein aktuelleres Beispiel ist eine Fotodokumentation von Sara Naomi Lewkowicz namens Shane and Maggie: An Intimate Look at Domestic Violence, in der sie das Leben eines jungen Pärchens eine Zeit lang begleitete. In einem Foto sehen wir wie Shane Maggie in der Küche körperlich angreift, während ihre Tochter alles mitkriegt. Natürlich kam die Frage auf, warum Lewkowicz Fotos machte anstatt einzuschreiten, was sie mit der körperlichen Überlegenheit von Shane begründete. Sie hätte sich nur selbst in Gefahr gebracht ohne etwas erreichen zu können. Die Frage nach Ethik im Bereich des Fotojournalismus ist eine Grundsätzliche, die sich nicht so einfach beantworten lässt, sie spielt aber in die Wahrnehmung eines Fotos durchaus mit rein.

Auch im Bereich der klassischen Fotostrecken oder Essays spielt der Einfluss des Fotografen eine Rolle, mir fielen da spontan zwei Strecken zu Slab City ein, einem kleinen Ort in der Wüste von Kalifornien. Die Journalistin Jessica Lum dokumentierte in Slab City Stories die Geschichte der Bewohner von Slab City, ebenso wie Claire Martin in ihrer Serie The Misfits. Während erstere dabei ein Bild eines kleinen Paradieses beschreibt zeigt letztere die Probleme auf, die ein solcher Lebensstil mitbringt. Beide haben das gleiche Motiv, beide erzielen eine völlig unterschiedliche Wahrnehmung.

Nun gehen wir heute ganz automatisch davon aus, dass Fotos nicht die Realität wiedergeben, daran ist zunächst auch nichts auszusetzen. Als Betrachter sollte man aber Fotos dieser Art immer hinterfragen und - wenn möglich - mehrere Quellen zu Rate zu ziehen, um sich letzten Endes eine eigene Meinung zu bilden. Ein einzenes Foto reicht dazu nicht aus.

Vertrauen spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine wichtige Rolle, aber das ist ein Thema für einen weiteren Beitrag.

Ein Brief aus der Zukunft

29. January 2018

Hi Christoph,

ich bins, Du aus der Zukunft! Ehrlich! Ja gut, ich kann mir vorstellen, wie Du jetzt hier ungläubig sitzt, aber Zeitreisen werden möglich sein! Na so halb jedenfalls. Nein, ich verrate Dir nicht wie weit in der Zukunft ich von Dir weg bin, aber sagen wir mal es wäre nicht schlecht, auch dieses Jahr darauf zu wetten, dass Bayern München Meister wird, okay? Aber darum geht es gerade nicht. Ich schreibe Dir, weil ich Dir etwas Wichtiges sagen muss. Bist Du bereit? Okay.

Alles wird gut.

Ich weiss, ich weiss, was meint er denn jetzt damit? Lass mich versuchen es zu erklären. Erinnerst Du dich noch, als Du 14 Jahre alt warst und beim Abschlusskonzert der Musikschule Beethovens Mondscheinsonate vorspielen solltestund die eine Stelle völlig vergeigt hast? Damals dachtest Du doch, jetzt müsstest Du dich vor all die Zuschauer stellen, damit Dir jeder für ihre oder seine vergeudete Zeit eine scheuern kann. Ist aber nicht passiert, stimmts? Sieh mal, die eigene Wahrnehmung ist eben meist völlig unterschiedlich von der der anderen. Klar wärst du in dem Moment am liebsten im Boden versunken, aber für jeden in dem Raum war doch klar, dass du „nur“ ein Schüler bist, kein Meister. Niemand hat es Dir übel genommen, deine Eltern waren nie stolzer auf Dich. Fehler zu machen ist völlig menschlich. Macht jeder. Der Trick ist, aus ihnen zu lernen, um sie beim nächsten Mal zu vermeiden. Und dann ist es auch nicht mehr so schlimm.

Fehler zu machen ist hart für jemanden wie Dich, der nicht allzuviel Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten hat. Aus Angst vor Fehlern probierst Du nicht viel Neues aus. Dabei wird es mit jedem Mal besser! Weisst Du noch, wie du damals im Berliner Mauerpark zum allerersten Mal ein fremdes Pärchen angesprochen hast und sie um ein Foto gebeten hast? Dein Puls war auf 180, der Adrelinpegel ging durch die Decke, das Foto selbst war auch kein Meisterwerk, aber Du hast dich danach so gut gefühlt! Und mit jedem Foto, dass Du an dem Nachmittag gemacht hast wurde es einfacher, nicht wahr? Der letzte Frame auf der Filmrolle hat sogar richtig Spaß gemacht! Angst ist etwas ganz Natürliches, Du darfst dich davon nur nicht kontrollieren lassen.

Was ist denn eigentlich mit deinem kleinen Seitenprojekt? Jaja, du hast keine Zeit, es gibt Wichtigeres… schon vergessen? Ich bin Du. Du kannst mir nichts vormachen, ich weiss, dass Du Dinge verkomplizierst um Dir selber Ausreden schaffen zu können, Dich nicht damit beschäftigen zu müssen. Weil Du Angst davor hast, es könnte schief gehen. So what? Wem musst Du denn etwas beweisen? Doch nur dir selbst! Was kann denn passieren, außer dass es vielleicht ein paar Fehler in der Software gibt, die man schnell fixen kann? Glaubst Du wirklich, dass die Benutzer es Dir übel nehmen, wenn es nicht rund läuft? Warum definierst Du dir nicht einfach einen Punkt, an dem es gut genug ist um auf die Welt losgelassen zu werden und unternimmst dann kleine Schritte, um diesen Punkt zu erreichen? Ist doch einfacher als sich ständig vom großen Ganzen überwältigen zu lassen.

Tatsächlich geht es mir aber um etwas ganz konkretes, denn mehr als einmal hast Du an verschiedenen Stellen angekündigt, mehr mit Menschen machen zu wollen. Sogar Aufrufe gestartet. Aber bisher ist nichts passiert, weil… naja, Du weisst schon, Ausreden und so. Und jetzt stehst Du ganz kurz vor Deinem ersten Shooting, dass Du ganz alleine organisiert hast. Location ist da, die Chemie zwischen euch beiden ist auch vorhanden, Du bist ein bisschen aufgeregt. Okay, ich werde nichts schön reden: es wird in die Hose gehen. Sorry. Aber das macht nichts! Wie beim Mauerparkfoto ist auch hier kein Meister vom Himmel gefallen. Hab keine Angst davor, Fehler zu machen. Niemand wird dich danach beurteilen. Du wirst weitere Shootings machen. Es wird mit jedem Mal besser werden. Und du wirst mit jedem Mal mehr Gefallen daran finden.

Das ist sehr viel auf einmal, und mir ist bewusst, dass ich gerade viel von Dir verlange. Alles, was ich an dieser Stelle noch tun kann, ist Dir zu versprechen, dass es sich lohnen wird.

Alles wird gut. Hab keine Angst. Probier es einfach.

Dein Zukunfts-Ich.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien vor ungefähr vier Jahren auf meinem damaligen Blog Jeriko und wurde nur geringfügig an heutige Begebenheiten angepasst. Als ich ihn vor ein paar Tagen nach all der Zeit nochmal gelesen habe musste ich ja doch lächeln und war froh, auf mein Zukunfts-Ich gehört zu haben. Das angesprochene Seitenprojekt gibt es nicht mehr so wirklich und das erste Shooting ging wirklich in die Hose.

Zurück in die Vergangenheit

23. January 2018

Es gab da mal dieses Blog von mir, Jeriko hieß das, das war noch zu einer Zeit als Instagram gerade erst im Kommen war, an Snapchat dachte noch keiner so richtig, und Facebook war zwar schon groß aber eben noch nicht so groß als dass daneben nicht auch das "normale" Internet weiter existieren und erfolgreich sein konnte. Jeriko war auch gar nicht mal so unbekannt, und auch wenn die "Was wäre wenn"-Frage immer müßig ist wäre ich heute nicht da wo ich jetzt bin, hätte ich 2006 während dieser einen langweiligen Vorlesung meines Studiums nicht mal eben WordPress ausprobiert. Und dann haben sich echt noch Leute direkt auf die Website verirrt anstatt zu erwarten, alles über diverse Social Media Kanäle vorgesetzt zu bekommen! Verrückte alte Welt, ich weiß.

Na jedenfalls war dieses Blog seit ungefähr 2012 mehr oder weniger schon eine Karteileiche und 2014 löschte ich die Online-Präsenz dann endgültig. Über die Zeit hatte ich einfach die Lust daran verloren. Traurig bin ich darüber nicht, warum auch, schließlich hatte die (Portrait-)fotografie dann einen Großteil meiner Zeit in Anspruch genommen. Und man soll ja bekanntlich aufhören, wenns am Schönsten ist.

Die Blogbeiträge gibt es natürlich noch, nur eben nicht mehr online - acht Jahre Geschriebsel einfach so zu löschen habe ich mich dann doch nicht getraut. Rückblickend wohl eine meiner besseren Entscheidungen: warum ich vorgestern nochmal einen Blick reingeworfen habe weiß ich gar nicht so genau, aber doch festgestellt dass Artikel über Fotografie durchaus zeitlos sein können. Für mich war es jedenfalls durchaus interessant zu sehen, ob und wie sich meine Ansichten zu bestimmten Bereichen der Fotografie in den vergangenen Jahren geändert haben. Und dann waren sie auch noch recht gut geschrieben!

Also werde ich ein paar davon in den nächsten Tagen hier rüberholen. Wäre doch schade, wenn sie in irgendeiner Schublade vergammeln würden.

Reflexion

31. December 2017

Das schöne an einem nahezu unbekannten Blog eines beliebigen Berliner Fotografen ist ja, dass ich auch mal relativ frei von der Leber schreiben und euch an meiner kleinen Gedankenwelt teilhaben lassen kann. Zum Beispiel an meiner Reflexion über das vergangene Jahr, sich zu überlegen was denn nun eigentlich gut war, was vielleicht nicht ganz so gut, wo ich noch besser werden kann und wo ich überhaupt hin will.

2016 habe ich ja tatsächlich versucht von der Fotografie zu leben. So richtig mit Business Plan und einer mehrjährigen Übergangsphase, um nicht direkt ins kalte Wasser zu springen. Musste dann am Ende dieses Jahres aber feststellen, dass ich von meinem selbstgesteckten und eigentlich auch realistischen Ziel ziemlich weit entfernt war und dann beschlossen, die Fotografie wieder in meiner Freizeit zu betreiben. Man könnte das als Niederlage sehen, klar, und ich habe auch von einigen Seiten gehört dass ich eigentlich zu früh aufgegeben habe, aber eigentlich empfand ich es als recht befreiend: ich kann fotografisch wieder tun und lassen, was ich will. Hat 2017 eigentlich auch super funktioniert.

Mein ganzer Dank gilt deswegen auch den Menschen, die sich dafür vor meine Kamera gestellt haben, so dass wir zusammen etwas schönes erschaffen konnten. Ich sage das vielleicht nicht oft genug, stimmt, aber ich möchte auch nicht dass es irgendwann wie eine hohle Phrase klingt, die unter jedem Foto steht, gerade wenn es von Herzen kommt. Ich halte es nach wie vor nicht für selbstverständlich, ich bin auch noch vielen Jahren immer noch vor jeder Session ein wenig aufgeregt und nervös und hoffe einfach, das alles klappt. Aber, und das ist das Wichtige: ich behalte von jeder Session nicht nur die Fotos, sondern auch und gerade die Erinnerung an die gemeinsame Zeit, die Gespräche, die Vertrauensbasis, die wir in den paar Stunden aufgebaut haben. Es geht nicht darum danach die allerbesten Freunde zu werden, das ist natürlich Quatsch, aber meine Art der Fotografie hat auch mit Loslassen zu tun, und dazu gehört nun mal Vertrauen. Auch von meiner Seite. Ich habe in diesem Jahr auch wieder viel gelernt, über andere und auch über mich selbst. Nicht alles war erfreulich, nicht alles was ich getan habe war gut, einiges würde ich nicht nochmal machen, aber man lernt eben auch auch seinen Fehlern. Dass ich hier nicht von Technik spreche dürfte hoffentlich klar sein.

Es gab diesen Punkt irgendwann im Herbst, wann genau weiß ich auch nicht mehr, aber ich erinnere mich noch dass ich einen Blick auf mein Portfolio geworfen und habe und das erste Mal seit langem wieder so etwas wie Zufriedenheit verspürt habe. Das mag komisch klingen, aber ich bin nun mal ziemlich selbstkritisch und sehe eher, was noch besser gehen könnte, wo ich Fehler gemacht habe anstatt mich über die bisherige Leistung zu freuen. Aber das war wirklich so ein "Joa, da kannste schon stolz drauf sein!"-Moment, auch in zwischenmenschlicher Hinsicht

Gleichzeitig aber auch wie immer die Frage, wo die Reise eigentlich hingehen soll? In irgendeinem der unzähligen Beiträge bei Facebook stellte ein Fotograf die nicht ganz unberechtigte Frage, wo man denn eigentlich hin will wenn Geld nicht der primäre Antrieb ist, das Portfolio sich aber immer mehr mit den gleichen Bildern füllt, oder ob es das dann eben ist. Ich denke da ja eh schon lange drüber nach, und in der Konsequenz hab ich immerhin schon mal den kleinen Schritt gemacht und Mitte September meinen Platz in einem Gemeinschaftsstudio aufgegeben, da ich dort gefühlt fast nur noch die gleiche Art Fotos gemacht habe. Und eigentlich weiß ich ja auch, was ich gerne machen möchte...

... wenn ich mir dabei nur nicht selber im Weg stehen würde. Ich habe Ideen, größere Ideen, ich möchte auf die Straße, vielleicht auch mal mit einem ganzen Team arbeiten, hatte dafür Anfang 2017 sogar noch ein neues Objektiv speziell für diesen Anwendungsfall angeschafft, und seitdem steht es ungenutzt auf dem Schreibtisch und ich habe Angst, dass ich es vergeige und irgendwie den anderen Beteiligten erklären muss, die natürlich Fotos erwarten. Ich halte mich nicht für Profi genug um aus jeder Situation stets das Beste rauszuholen, das war schon fast immer so, nicht nur in der Fotografie, und ich wähle dann meist den einfacheren Weg, selbst wenn er mich nicht zufrieden stellt. Da kommt wieder das Vertrauen ins Spiel, dieses Mal wohl in mich selbst.

Die letzten vier Monate habe ich so gut wie gar nicht fotografiert, was nach den letzten vier Jahren einfach mal verdammt gut getan hat. Ich möchte weiter Portraits machen, ganz klar, aber eben auch über meinen imaginären Schatten springen und all die Ideen, die schon nahezu ausformuliert in meinem Notizbuch stehen, mit den richtigen Menschen umsetzen. Mutiger sein. Ehrlicher zu mir selbst sein. Offener für Austausch mit anderen sein.

Ein wenig aufgeregt bin ich, gleichzeitig habe ich aber auch ein Gefühl der Vorfreude. 2018 soll jedenfalls kein Jahr des Stillstands werden.