Von den Großen lernen

27. June 2019

Ich verstehe zwar kein Wort französisch, ist bei diesem Film über Peter Lindbergh aber auch nicht wirklich nötig. Mir gehts da vor allem um zwei, na eigentlich drei Stellen:

Ab 2:20 kann man eine Einstellung mit Naomi Campbell sehen, wie sie eben Naomi Campbell ist und überhaupt keinen Bock hat ins Wasser zu gehen und von Lindbergh irgendwie doch noch überzeugt wird. Und wie er Film um Film um Film verballert, vor allem ab 5:00. Ich mag diese abschätzigen Kommentare von Analogfuzzis nicht, die niemals von ihrem Mantra abweichen würden, eine Rolle Film sei genug und jedes Bild sei ein Keeper und derlei Quark. Es ist alles immer Mittel zum Zweck, und wenn man halt fünf Rollen in zwei Minuten durch die Kamera jagen muss um genau das eine Bild zu kriegen, dass man haben will - dann ist das eben so. Wichtiger ist doch eine Idee zu haben, einen Plan, anstatt auf Teufel komm raus alles zu fotografieren in der Hoffnung, irgendwas wird schon dabei sein.

Dann ab 20:00, Milla Jovovich irgendwo in der Wüste, viel Bewegung. Mehr als normal. Fotos sind halt immer nur ein Standbild, den Kontext muss man sich als Betrachter ein bisschen erarbeiten. Es macht also durchaus Sinn sich vor der Kamera ein bisschen zum Affen zum machen wenn es dazu führt, dass Bewegungen auch wirklich als solche erkennbar sind. Und natürlich immer in Szenen denken.

Aber ich glaube die wichtigste Message kommt bei etwa 20:34: Lindbergh freut sich wie ein kleines Kind. Wenn du Fotografie nicht ein Stück weit als Kunst begreifst, und wenn du nicht mit absoluter und bedingungsloser Leidenschaft hinter dieser Kunst stehst, wenn du es nur als einen Job begreifst, dann hat es von Anfang an keinen Sinn.

Die ganze Doku ist absolut empfehlenswert. Ich würde da ja mal reinschauen.