Pfingstmontag. Rennen mal Rennen sein gelassen, ich krieg da sowieso nichts gerissen und wäre vermutlich nur dezent frustriert wieder nach Hause gefahren. Stattdessen den Feiertag genutzt und mit guten Menschen eine gute Runde zur Oder gefahren.

Zwei Platten bei den anderen, einen Mini-Kompressor mal in Aktion gesehen - macht Geräusche wie ein Furz, funktioniert aber echt gut - durch die Gewitter durchgemogelt, Coffee-Stop irgendwie ausgelassen, bissle Schnack und ich merk wieder, dass das dieses Rennradfahren ist, was mir am meisten Spaß macht.

Foto: Steffen Weigold

Science Fiction

★★★★

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Oh das war schön. Einfach schön. Science Fiction ohne ein Untergangsszenario oder eine dystopische Zukunft, stattdessen stehen die Charaktere ganz klar im Vordergrund. Jeder und jede einzelne von ihnen ist wichtig und ihre Geschichte auch einfach gut erzählt. Zeitweise hat sich das große Ganze ein wenig nach Episoden angefühlt, das finde ich in dem Kontext der Charakterentwicklung aber völlig okay, auch dass die Mission der Wayfarer eher in den Hintergrund rückte hat mich nicht gestört.

Dafür ist nämlich alles andere toll: so viele weibliche, starke Charaktere. Aliens, die über ihre Lebenszeit ihr Geschlecht ändern, was tatsächlich auffällt wenn man bei Science Fiction sonst immer auf die merkwürdigsten Kreaturen trifft, die aber trotzdem immer männlich oder weiblich sind. Hier ist stattdessen mal nicht jeder weiß und/oder hetero, es gibt Liebschaften zwischen Mann und KI, Menschen sind genauso schräg wie Aliens, und auch wenn das Universum hier auch nicht gerade der schönste Ort ist macht die Crew der Wayfarer das beste daraus und wächst einem ans Herz und das ist, ich wiederhole mich, einfach schön. Ich hoffe sehr, dass die weitere Bücher auch so gut sind. 4,5 von 5 Wurmlöcher.

Sachbuch

★★★★

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Ja so genau weiß ich jetzt auch nicht warum ich dachte, dass Buch sei Fiktion. 2018 lief die Serie The Terror, die auf dem gleichnamigen Roman basiert, dessen Klappentext sich gar nicht mal so unähnlich liest. Aber das nur am Rande.

Die Belgica bricht Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Expedition in die Antarktis auf, in der sie fast zwei Jahre lang gefangen sein wird. Es geht ums nackte Überleben, aber auch um Mut, um unbedingten Willen, um Wahnsinn und Tod, und das ist alles so gut und ausführlich und packend ge- und beschrieben, dass es sich weniger wie Sachbuch und mehr wie ein spannender Roman anfühlt. Fünf Jahre lang hat Sancton für das Buch recherchiert, und man merkt auf jeder Seite, dass sich der Aufwand gelohnt hat. 4,5 von 5 Pinguinen.

Kleine Triggerwarnung: die Männer der Belgica überlebten den harten Winter und die Erkrankung an Skorbut vor allem durch Tierfleisch. Die Tötung von Pinguinen und Robben wird in dem Buch recht explizit beschrieben.

Adieu Urlaub

Heute ist der letzte Tag vom Urlaub. Also eigentlich war der letzte Tag von meinem Urlaub ja schon letzte Woche Donnerstag, weil ich ja nur vier Tage in der Woche arbeite, aber da Karfreitag und Ostermontag ja Feiertage sind kann man schon mal großzügig sein und sagen, dass heute erst der letzte Tag vom Urlaub ist.

Vor allem, wenn ich ich seit zwei Wochen eine hartnäckige Erkältung habe, die einfach nicht verschwinden will. Und erst recht, wenn wir dem schlechten Wetter gefühlt hinterher gefahren sind. Und ich noch nicht so richtig dazu bereit bin, dem Urlaub Adieu zu sagen. Unter den gegebenen Umständen finde ich das okay.

Das fing ja gestern schon an, als wir wieder in Berlin angekommen sind und am liebsten gleich wieder umgedreht wären. Ich glaube so langsam habe ich diese Stadt wirklich über, und eigentlich wohne ich nur noch hier, lebe aber gedanklich schon woanders. Dabei waren wir doch nur ein paar Stunden vorher noch im Urlaub, und es war schön und ruhig und am letzten Tag sogar ein bisschen warm, und ich kann doch nicht jetzt schon Adieu sagen.

Und ich mag ja meine Arbeit. Ich mag, was ich mache, ich kann mich mit dem, was wir da auf die Beine stellen identifizieren, ich mag die Kollegen, ich mag die Chefs, ich habe Freiheiten und Verantwortung zugleich, aber ich mag halt auch aus Berlin rauskommen, die Stadt und die Arbeit hinter mir lassen um abzuschalten, ein paar ruhige Tage mit dem Girl und dem Muchacho bei meinen Eltern zu verbringen und das Schloss zu besichtigen und das Schokoladenmuseum zu besuchen und mit dem Girl auf der Schaukel beim Spielplatz um die Ecke zu sitzen während der Muchacho mit dem Bagger spielt oder auf dem Trampolin hüpft und abends Uno und Mensch ärgere dich nicht und Würfelwurm zu spielen und dazu kann ich doch nicht jetzt schon einfach Adieu sagen.

Und jetzt ist es fast 21 Uhr und gleich gehe ich schlafen und das war dann wohl der letzte Tag vom Urlaub, und die Erkältung ist immer noch da, weil ich annahm, dass wenn schon nicht das heutige Rennen, dann doch wenigstens eine entspannte Runde mit den Rennrad mich schon nicht umbringen wird und auf einer Skala von 1 bis Sehr Dumm war das mindestens eine 12, und morgen werde ich wieder die Arbeit machen, die ich mag und vermutlich bis zur letzten Sekunde warten um diesem Urlaub dann auch Tschüss zu sagen.