Mallorca, Tag 3

The big one. Früh aufgestanden, Cornflakes, vorbereiten, kurzes Frühstück im Hotel, auf gehts. Schönes Wetter, erster Anstieg lässt nicht lange auf sich warten. In(!) der Tanke wird hinter der Theke mit einem Presslufthammer der Boden aufgeschlagen, und dann fällt mir wieder ein, dass ich in ein paar Tagen ja wieder in Berlin bin. Puig Major, obligatorisches Foto, Abfahrt nach Sollér ist und bleibt geil. Großes Sandwich in Deia und so langsam klopft Monkey in meiner Birne an und will mich überzeugen, bei Banyalbufar einfach abzubiegen, was sind schon 50 Kilometer und 1000 Höhenmeter weniger? Ich muss ihn an der T-Kreuzung ja zum Glück nur für eine Sekunde ignorieren, es geht weiter.

Andratx, es geht zurück. Die Anstiege nach Galilea und Coll d'es Grau kann man mal machen, werden aber sicher nicht meine Favorites. In meinem Kopf schwirrt die ganze Zeit schon der Gedanke herum, noch den Orient mitzunehmen und damit die 4.000 Höhenmeter vollzumachen, aber so ehrlich musste ich bei Kilometer 150 dann auch zu mir sein: die Beine sind langsam schwer, lieber nicht. Cycling Planet bei Alaro komplett leer, ich kriege sofort meinen geliebten Pistacchio Cheesecake. Die letzten Kilometer, es roll sich gut. Ankunft am Hotel, 225 Kilometer, 3800 Höhenmeter. Reicht dann auch. Abendessen. Pool. Bett.

Als ich durch den Tunnel am Puig Major fuhr fiel mir wieder ein, wie stolz ich auf mich war, als ich das erste Mal hier oben war. Und wieviel seit dem passiert ist. Natürlich ist es nach wie vor kein leichter Anstieg, aber eben leichter als noch vor viereinhalb Jahren. Aber ich sehe das nicht als selbstverständlich an, eher mit einem Hauch von Demut. Und jeder, wirklich jeder der sich diesen (oder irgendeinen) Anstieg hochquält, egal wie langsam oder schnell, egal mit wievielen Pausen, hat meinen allergrößten Respekt.

Mallorca, Tag 2

Aufstehen, Kaffee, Spaziergang am Strand, die einheimischen Hundebesitzer fragen ob sie Peru kennen, haben noch nie von ihm gehört, ein bisschen traurig bin ich ja schon. Frühstück.

Dreieinhalb Stunden mit moderaten Höhenmetern stehen auf dem Plan, muss mich ja nicht schon vor dem "Highlight" morgen kaputt machen. Wolkenloser Himmel, die Sonne scheint, es ist angenehm warm, jawollja, so muss sich Mallorca anfühlen. Es rollt sich gut, kurzer Stop in Petra, weiter nach Sineu, ein paar Runden im öffentlichen Velodrom gedreht, interessant, vielleicht sollte ich in Berlin doch mal einem Verein beitreten um eine Lizenz fürs Bahnfahren im Winter zu bekommen. Also... unter anderem. Stopp bei Sa Mola 13, die Zwift Community ist schon da, ich entscheide mich gegen gefühlt eine Stunde anstehen und für ein Snickers und Cola an einer Tanke. Entspannt zurück cruisen. Morgen dann der Banger.

Mallorca, Tag 1

Aufstehen, Kaffee, Spaziergang im Strand in der Hoffnung, Peru, den Hund vom letzten Jahr wiederzusehen. Leider kein Erfolg, werde es morgen natürlich wieder probieren. Frühstück, mir wird warm, zu warm, kurzer Panikmoment ob des letzten Mallorca-Radurlaub, der dank heftiger Erkältung komplett ins Wasser gefallen ist.

Auf dem Plan standen fünf Stunden mit zwei ordentlichen Anstiegen. Nach einer Stunde mir selber in den Arsch getreten, dass ich die Armlinge im Hotelzimmer gelassen habe - 15°C my ass, das hier fühlt sich eher wie sieben bis acht Grad an.

Erster Anstieg, es läuft gut! Die unter Rennradfahrern wahrscheinlich bekannteste Tanke. Den inneren Schweinehund überwunden, der Kälte getrotzt, nicht sofort Richtung Pollença abgebogen und Sa Calobra wie geplant genommen, wenn auch irgendwie fünf Minuten langsamer als noch vor eineinhalb Jahren? Egal. Es macht einfach Bock. Zweites Mal Tanke. Scheisse, ich friere. Gut, ich friere nicht mehr. Huch, deutlich unter den geplanten fünf Stunden geblieben. Christoph happy.

Mallorca, Tag 0

Anreisetag, und alles lief... gut? Fliegen schlaucht trotzdem, egal zu welcher Tageszeit. Einkaufen, ein bisschen am Strand spazieren, lesen, Abendessen, Tag 1 vorbereiten, bevor der wirklich lange Tag mich dann auch endlich fordert. Vorfreude und ein wenig Aufregung wegen der nächsten Tage.

Wie weit weg?

(Das hier war bzw. ist ein Instagram-Post, den ich nach fast einem Jahr Abstinzenz dort gepostet habe, weil ich so gottverdammt wütend bin. Aber da mir die Daten dort ja nicht gehören landet er natürlich auch hier. Hintergrund ist die Situation um Collien Fernandes und ihren Ex-Mann, vor allem aber die Männer, die ihm in den Kommentarspalten dieser Welt zur Seite springen.)

Was ich nicht verstehe bei den ganzen Männern in den Kommentarspalten, die jetzt wieder von Unschuldsvermutung und "Ja aber der Kachelmann, und der Türck, und der Ofarim!" und "Wir müssen ja auch die andere Seite anhören" schwadronieren: Was, wenn es eure Tochter gewesen wäre?

Was wäre, wenn sich deine Tochter dir nach Tagen oder Wochen endlich anvertraut. Dass ihr (jetzt) Ex-Freund von ihr KI-generierte Nacktfotos an seine Kumpels geschickt hat, aus Rache weil sie noch nicht bereit war mit ihm zu schlafen? Sie seitdem durch die Hölle geht, Alpträume hat, weil sie nicht weiß, wer von seinen Homies die Fotos alle kennt, was sie damit machen? Aber auch Angst vor deiner Reaktion hatte? Würdest du ihr glauben?

Natürlich würdest du ihr glauben.

Du würdest nicht "Ja Moment, wir müssen da aber auch deinen Ex-Freund anhören" sagen.

Du würdest nicht "Also das hast du dir doch bestimmt nur ausgedacht, um dem Axel eins reinzuwürgen!" entgegnen.

Du würdest auch nicht "Ach komm, so schlimm ist das doch nicht, das bist ja nicht wirklich Du auf den Bildern" antworten.

Und du würdest sicher nicht "Also in Deutschland gilt ja noch die Unschuldsvermutung, bis das wirklich bewiesen ist." als Argument anführen.

Nein, du würdest ihr bedingungslos glauben. Natürlich würdest du das.

Also wie weit weg muss ein Mensch für dich sein, damit du ihm nicht mehr glaubst, dass du dich zu solchen öffentlichen Kommentaren hinreißen lässt? Deine Frau? Deine Tochter aus ihrer früheren Ehe? Die Nachbarin? Die Kollegin aus der anderen Abteilung? Das Mädchen aus ihrer Parallelklasse? Die Reinigungsfrau, die du ab und zu im Treppenhaus siehst? Collien Fernandes, die du nur aus dem Fernsehen kennst? Wie weit? Und... warum?

Diese ganze Scheisse, dieses ganze frauenverachtende Verhalten, die Misogynie, das Patriarchat, Männer die sich gegenseitig schützen, Täter die sich deswegen sicher fühlen können, Opfer die Angst haben, dass man ihnen nicht glaubt, all das ist kein Frauenproblem. Es ist ein Männerproblem, und es liegt an uns Männern, das System zu hinterfragen und es zu ändern.

Staffel 2 von Twisted Metal, mit dem gleichen kruden Humor, der gleichen völlig überzogenen Action, dem gleichen absurde Szenario, alles verpackt in einer besseren Story? Kann man machen! Staffel 3 ist auch schon bestätigt.

Walter Moers

Qwert

4

Ich muss ja gestehen, dass meine literarischen Berührungspunkte mit Walter Moers bisher eher spärlich waren und sich eigentlich nur auf die Bücher vom Kleinen Arschloch aus und in den 90ern beschränkten. Das war aber auch nur von kurzer Dauer: als meine Eltern realisierten, was sie mir an Weihnachten mit Schöner Leben mit dem Kleinen Arschloch geschenkt hatten war das Buch innerhalb kürzester Zeit, naja, " irgendwie verschwunden".

Mein Kurzzeitgedächtnis trübt mich jetzt auch schon wieder, aber ich meine, Qwert wurde mir bei einem anderen Blogger vorgeschlagen, also warum nicht? Konnte ja nicht ahnen, dass es sich hier um das zwölfte Buch aus der Zamonien-Reihe handelt und ich vielleicht erst mal von vorne hätte anfangen sollen. Aber puh, Glück gehabt, Vorwissen nicht erforderlich, und ohboy war das ein schöner Ritt durch die Welt von Orméa! Dachte zuerst noch, es handelt sich hier um viele viele kleine Kurzgeschichten, die sich dann aber doch alsbald zu einem großen Ganzen zusammenfügten und ziemlich befriedigend endeten. Würde sagen, dass war ein gelungener Einstieg in die Welten von Walter Moers und sicher nicht mein letzter Roman von ihm. Vier von fünf Flederfröschen.

Firestarter

Auf den Tag genau 30 Jahre alt. Klingt immer noch so brutal wie am ersten Tag.

Drive to Survive Season 8

Echt Staffel 8 schon? Hat sich für mich aber auch ein wenig abgenutzt; ich mein ja okay, ein bisschen hier und da passiert natürlich was, aber im Grunde ist es doch jedes Jahr das gleiche. Und wow sind die Kommentare der beiden Journalisten vielleicht banal. Aber es bleibt natürlich bemerkenswert, wie nah Netflix an diese ganze Szene rankommt, mich würde ja schon ein wenig interessieren, wieviel die sich das kosten lassen. Und ich seh mich ja trotzdem auch Staffel 9 wieder sehen. Gewohnheitstier eben.