Notizen 31. August 2026

  • Mit einer halben Tablette von den Schlafsternen fahre ich wohl ganz gut. Einschlafen immer noch schwierig, durchschlafen funktioniert. Blöd nur, dass man die Dinger nicht dauerhaft nehmen soll, mal sehen wie lange ich das so noch durchziehe.
  • Leg Day im Gym. Vom 100kg Squat hab ich erst mal Abstand genommen, im Moment habe ich nicht das Gefühl, als würde mein unterer Rücken da mitspielen.
  • Wie sie im Gym alle immer demonstrativ in eine andere Richtung oder aufs Smartphone schauen, bloß kein Blickkontakt. Habt ihr alle keinen Spaß?

Salamitaktik

Da gibts also diesen YouTuber bzw. Fernseh"promi", der seine Frau geschlagen hat. In einem Statement verkündet er, jetzt in Therapie zu gehen, und halb Instagram feiert ihn dafür mitsamt der üblichen, widerlichen Kommentare, so als ob er wirklich etwas geleistet hätte. In einem zweiten, schnell nachgeschobenen Statement bei Youtube sieht man dann Bilder aus der Überwachungskamera, und die Kommentare sind auf einmal nicht mehr so supportive auch hier zum allergrößten Teil supportive. Was für eine Überraschung.

Und es kotzt mich so an.

Zum einen natürlich sein Verhalten. Damit meine ich noch nicht mal, dass er seine Frau schlägt, darüber müssen wir gar nicht diskutieren. Nein, es ist die übliche Salamitaktik, die immer, wirklich immer angewendet wird wenn irgendwer Scheisse gebaut hat. Das tatsächliche Ausmaß wird immer erst dann zugegeben, wenn es nicht mehr anders geht, in diesem Falle wenn ein Fernsehsender die Bilder aus der Überwachungskamera ausstrahlt. Und wenn man andere Fälle mal so als Referenz ranzieht - Kai Wegner anyone? - kann man ja davon ausgehen, dass das ganze Ausmaß noch gar nicht bekannt ist.

Und zum anderen natürlich all die toxischen, sich gegenseitig unterstützenden Männer, das Patriarchat, die Misogynie, die sofort mit Unschuldsvermutung ankommen, sein Verhalten rechtfertigen weil "sie war ja auch voll gemein!11!!", ihm applaudieren weil er - wie gesagt zu spät - das wirklich absolute bare minimum macht, und wahrscheinlich jede Menge Hass und Drohungen über ihr auskippen. Die dann aber auf einmal ganz still sind, wenn die Vorwürfe in Bildern bestätigt werden, denn sie glauben Opfern ja nicht, wenn sie einfach nur davon berichten. Die nicht mal dann realisieren was für eine Scheisse hier gerade abgeht, wenn sie es mit eigenen Augen sehen.

Und das kotzt mich so an. Ihr kotzt mich so an.

Es ist und bleibt ein Männerproblem, und es liegt an uns Männern, das System zu hinterfragen und es zu ändern.

(Update: Ich hab den Fehler gemacht und nochmal in die Kommentare zu dem Youtube-Video reingeschaut. Statt völlig berechtigter Kritik jetzt nur noch supportive Kommentare, Menners die ihm zur Seite springen und alle Kraft wünschen, da schnell wieder rauszukommen. Es kotzt mich noch mehr an, aber hab den Beitrag hier entsprechend angepasst.)

Notizen 28. August 2026

  • Leg Day im Gym und ich habs wirklich gar nicht gefühlt, weil...
  • ... ich noch völlig übermüdet bin. Die zweite Nacht mit Schlafsternen, und anscheinend wirken sie zu gut? Werde es heute Nacht mit einer halben Tablette probieren.

Notizen 27. August 2026

  • Schon echt lange her, dass ich mir beim Rückentraining irgendwas gezogen habe, war wohl mal wieder Zeit...
  • Mein Schlaf ist ja schon länger ziemlich bescheiden: Schwierigkeiten einzuschlafen, REM- und Tiefschlafphasen sind sehr kurz, ich wache immer wieder auf, dementsprechend fühle ich mich morgens. Melatonin macht mich selbst in kleinen Dosen eher nervös denn entspannt, bei Baldrian habe ich gefühlt überhaupt keinen Effekt. Gestern dann das erste Mal Schlafsterne probiert, ein rezeptfreies Medikament, und was soll ich sagen: aufwachen passiert immer noch, sollte abends wohl weniger trinken, aber davon abgesehen war der Schlaf echt gut! Werd das jetzt ein paar Tage nehmen und weiter beobachten.

Notizen 26. August 2026

  • Gut eine Woche kein Gym und schlechter Schlaf machen sich schon bemerkbar. Fühlt sich dennoch gut an, quasi wieder im zweiten Wohnzimmer zu sein.

Peter Watts

Starfish

3.5

Ich könnte nicht mehr sagen, wie Starfish auf meine To Read-Liste gekommen ist, ich meine mich zu erinnern, dass ich es mal in einer Anwandlung von Cyberpunk-Interesse auf den Schirm bekommen habe, nur dass es hier zur Abwechslung mal nicht um den Weltraum oder eine dystopische Zukunft an Land geht sondern um die Welt unter Wasser.

Die Rifter sind modifizierte Menschen, um das Leben auf dem Meeresgrund zu ermöglichen und die Resourcen dort für die Welt an Land auszubeuten, und eigentlich findet man hier nur den Abschaum der Menschheit wieder. Starfish ist düster und in keinster Weise positiv, aber das hat für mich dann auch den Reiz ausgemacht. Auch dass es primär um die Charaktere geht hat mich erst mal nicht gestört, nur findet leider keine richtige Entwicklung statt und die Handlung nimmt auch erst im letzten fünftel Fahrt auf und endet mit einem ziemlichen Cliffhanger. Ich bin noch zwiegespalten, ob ich den Nachfolger Maelstrom lesen möchte, dafür sind die Kritiken doch etwas zu... kritisch. Aber schon für das Szenario, die Atmosphäre und das letzte Fünftel hat sich Starfisch für mich gelohnt. Dreieinhalb von fünf Kontinentalverschiebungen.

Du möchtest mir zu dem Buch etwas mitteilen? Schreib mir gerne an c@christophboecken.de. Ich antworte auch. Versprochen.

Odenwald, Tag 6

Ja was soll ich sagen, gestern nur darüber nachgedacht weil es an dem Tag keine Tickets mehr gab, und heute dann als allererstes einen Schnupperflug mit einem Segelflugzeug gemacht. Das Ding wird dafür an eine Seilwinde mit einem etwa einem Kilometer langen Seil befestigt, dass einen dann in zwei bis drei Sekunden von 0 auf 100km/h beschleunigt, um das In-Die-Luft-kommen kümmern sich dann die Querruder am Flugzeug selbst. Das sieht von unten schon beeindruckend aus, im Flugzeug selbst war es dann ein überraschender HOOOOLY SHIT!-Moment. Und danach... war es einfach nur noch friedlich. Ein paar kleine Runden über den Flugplatz gedreht, Bensheim von oben gesehen, dann gings auch schon wieder runter. Richtig richtig nice. Der Magen hat sich auch schnell wieder beruhigt.

Vor dem Start wartete mit mir eine ältere Dame: sie wollte den Flug ihrer Stieftochter schenken, die musste dann aber auf die Enkelin aufpassen, also ist sie eingesprungen obwohl sie gar nicht so richtig wollte. 31 Jahre hat sie direkt neben dem Flugfeld gewohnt, ist in der Zeit aber nie dort gewesen. Sie startet direkt vor mir, nach meinem Schnupperflug sehe ich sie wieder: das war einer der schönsten Tage in ihrem Leben.

Odenwald, Tag 5

Auf den geplanten 50 Kilometern sowohl in einen Triathlon als auch in ein Jazz-Festival geraten, danach noch beim örtlichen CSD und beim Sommerfest des Segelflugvereins Bensheim gewesen und aus der Nähe erlebt, wie die Dinger ohne eine Zugmaschine überhaupt in die Luft kommen, und jetzt überlege ich, ob ich morgen nicht doch einen der Schnupperflüge mitmachen will. Gleich noch zum Erntedankfest des Ortsteils. Crazy. Heute mehr erlebt als in Berlin einer ganzen Woche.