Lenovo Thinkpad T480s

Nachdem ich hin und wieder mal darüber nachgedacht, die Entscheidung aber immer wieder verworfen hatte habe ich, nur einen Tag nachdem ich ein Macbook Air M4 in den Warenkorb legte, bei eBay noch ein altes Lenovo Thinkpad geschossen. Das war vor... drei Wochen? Weil warum nicht. Ab und zu braucht man ja doch mal einen richtigen Windows-Rechner, mit Linux wollte ich mich auch mal wieder ein wenig beschäftigen, hin und wieder ein älteres Game für zwischendurch... Also ein bisschen über 200 Euro hingelegt für ein T480s mit i7-8650U, 16 Gigabyte RAM, 256 Gigabyte SSD sowie Full HD Display ohne Touch. Der Plan war eigentlich die erwartbar langsamere SSD direkt durch ein schnelles Modul mit 1 Terabyte zu ersetzen, aber bei den aktuellen Preisen ist das natürlich völliger Quatsch. Immerhin, für den Preis vom gesamten Thinkpad würde ich aktuell nicht mal den verbauten Arbeitsspeicher kriegen.

Klar merkt man dem Notebook sein Alter an: das Display ist nicht besonders leuchtstark, die Lautsprecher sind einem Business-Notebook entsprechend schrottig und alles ist nicht ganz so instant wie von meinem Macbook gewohnt. Aber für ein Gerät von 2018 und für den Preis fühlt es sich nach wie vor erstaunlich gut an!

Das vorinstallierte Windows 11 habe ich vielleicht fünfzehn Minuten benutzt. Was für eine Seuche. An jeder Stelle will Microsoft mir Copilot reinrammen, der Online-Kontozwang, die visuellen Altlasten... warum will man sich das antun?
Stattdessen wie so ein richtiger Nerd gleich Linux installiert und dann gleich voll ins kalte Wasser gesprungen: CachyOS! Tiling Window Manager! Darin noch eine weitere Shell! Config-Files im Terminal! Hätte alles nicht sein müssen, ja, es gibt ja mittlerweile wirklich gute Distributionen wenn man sein Linux einfach nur benutzen will ohne sich mit den Innerein zu beschäftigen: Linux Mint, Zorin OS, Ubuntu... Und ich bin ja auch noch am lernen, vor allem das programmieren in Neovim bereitet mir noch Kopfschmerzen, bis ich da so produktiv bin wie am Mac wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Aber gerade macht es auch Spaß, etwas Neues auszuprobieren.

Für manche Arbeitsschritte brauche ich vermutlich noch Workarounds weil es keine App für Linux gibt. Aber insgesamt fühlt sich alles ausgesprochen flüssig an, ich kann problemlos damit arbeiten und bin doch ganz froh, mir die Kohle für eine neue SSD gespart zu haben. Niri hätte ich auch echt gerne für macOS, Noctalia als Shell hat mir viel Gefrickel erspart, und ich schreibe das hier gerade nachdem ich realisiert habe, dass ich das Thinkpad gerade nicht nur ausprobiere sondern einfach benutze. Und es sich dabei nicht wie ein minderwertiges Gerät anfühlt.