
The big one. Früh aufgestanden, Cornflakes, vorbereiten, kurzes Frühstück im Hotel, auf gehts. Schönes Wetter, erster Anstieg lässt nicht lange auf sich warten. In(!) der Tanke wird hinter der Theke mit einem Presslufthammer der Boden aufgeschlagen, und dann fällt mir wieder ein, dass ich in ein paar Tagen ja wieder in Berlin bin. Puig Major, obligatorisches Foto, Abfahrt nach Sollér ist und bleibt geil. Großes Sandwich in Deia und so langsam klopft Monkey in meiner Birne an und will mich überzeugen, bei Banyalbufar einfach abzubiegen, was sind schon 50 Kilometer und 1000 Höhenmeter weniger? Ich muss ihn an der T-Kreuzung ja zum Glück nur für eine Sekunde ignorieren, es geht weiter.

Andratx, es geht zurück. Die Anstiege nach Galilea und Coll d'es Grau kann man mal machen, werden aber sicher nicht meine Favorites. In meinem Kopf schwirrt die ganze Zeit schon der Gedanke herum, noch den Orient mitzunehmen und damit die 4.000 Höhenmeter vollzumachen, aber so ehrlich musste ich bei Kilometer 150 dann auch zu mir sein: die Beine sind langsam schwer, lieber nicht. Cycling Planet bei Alaro komplett leer, ich kriege sofort meinen geliebten Pistacchio Cheesecake. Die letzten Kilometer, es roll sich gut. Ankunft am Hotel, 225 Kilometer, 3800 Höhenmeter. Reicht dann auch. Abendessen. Pool. Bett.
Als ich durch den Tunnel am Puig Major fuhr fiel mir wieder ein, wie stolz ich auf mich war, als ich das erste Mal hier oben war. Und wieviel seit dem passiert ist. Natürlich ist es nach wie vor kein leichter Anstieg, aber eben leichter als noch vor viereinhalb Jahren. Aber ich sehe das nicht als selbstverständlich an, eher mit einem Hauch von Demut. Und jeder, wirklich jeder der sich diesen (oder irgendeinen) Anstieg hochquält, egal wie langsam oder schnell, egal mit wievielen Pausen, hat meinen allergrößten Respekt.