22 Tage

Im September 2013 haben mein Vater und ich einen Roadtrip durch die USA von San Francisco über die Nordstaaten bis nach New York gemacht. War so eine Mischung aus Interesse, weil er schon sehr sehr lange nicht mehr dort war und gerade den mittleren Westen noch nicht kannte, aber natürlich auch ein wenig Bonding, nachdem ich ja schon fast zehn Jahre nicht mehr bei meinen Eltern wohnte.

Na jedenfalls führten wir beide Tagebuch, er ganz klassisch in einem Notizbuch, ich dagegen etwas moderner in einem Tumblelog namens, Überraschung, "22 Tage". Tatsächlich gibt es letzteres sogar noch. Kann man ja durchaus mal erwähnen, dass Inhalte auch 13 Jahre später noch verfügbar sind, ist ja heutzutage auch keine Selbstverständlichkeit mehr. Und alle paar Jahre fällt es mir auch wieder ein, und dann schau ich vorbei und erfreue mich an dem, was ich damals so geschrieben habe. War gar nicht mal so schlecht.

Aber irgendwo war es auch mal Zeit, das ganze hier rüberzubringen; banaler Grund wäre wohl die falsche Darstellung der Bilder im Tumblelog, aber vor allem natürlich weil ich meine Inhalte auch bei mir haben möchte. Den Prozess zu automatisieren hätte vermutlich länger gedauert als die 22 Posts einfach händisch anzulegen. Die Übersichtsseite muss noch ein wenig aufgehübscht werden, da braucht es wenigstens noch eine kleine Einleitung und ich hätte ja gerne eine Art Zeitstrahl oder sowas, über den man den entsprechenden Tag auswählen kann. Kommt noch.

Also wen es interessiert, was wir in drei Wochen USA damals so erlebt haben gibts entweder noch das Tumblelog oder die neu angelegte Seite.

Fun fact: ich hatte einen ganzen Rucksack mit analogen Fotografiezeugs dabei, aber hab schon in San Francisco gemerkt, dass ich darauf überhaupt keine Lust hatte und hab stattdessen nur mit dem iPhone 4s Fotos gemacht. Kann mich noch erinnern wie entsetzt einige deswegen waren, aber so hatte ich viel mehr Zeit den ganzen Trip auch wirklich zu erleben anstatt mich ständig hinter der Kamera zu verschanzen. Ich habe nur einen einzigen Film in den Salzwüsten vor Salt Lake City verschossen, da kam dann aber tatsächlich ein ziemliches Highlight für mich bei raus.

Neun Jahre Unterschied

Bei der TINCON Hamburg spontan für einen ausgefallenen Vortrag eingesprungen und als Abschluss des ersten Tages nochmal den Vortrag gehalten, der bereits 2017 Premiere in Berlin hatte: The Internet of (Shitty) Things. Aufregung gabs eher nicht, einerseits weiß ich ja, dass zu dieser Zeit die meisten Schüler*innen das Gelände bereits verlassen haben und der Saal dementsprechend leer sein wird, und ich weiß von damals ja noch, wie gut oder eben nicht das Thema ankam. So what, ich hatte meinen Spaß. Und die fünf Jugendlichen wohl auch, also wars doch ein Erfolg.

Aber auch interessant, das mal so mit neun Jahren Unterschied zu sehen. Das war ich bei der TINCON Berlin 2017:

Ich weiß nicht, wieviel ich damals gewogen hab, der Peak war ja Ende 2020 mit etwa 136 Kilogramm. Und dann vorgestern in 2026:

Kann ohne zu übertreiben sagen, dass ich mich in den letzten zwanzig Jahren körperlich nie besser gefühlt habe als heute.

Alle Fotos vom großartigen Gregor Fischer.

Notizen 21. September 2026

  • Die Berliner SPD bzw. ihr Kandidat Steffen Krach hat Bauchschmerzen ob einer möglichen rot-rot-grünen Koalition und deren Bestand, weil Die Linke ja keine Regierungserfahrung hat. Komisch. Mit einem Bundeskanzler ohne irgendwelche Regierungserfahrung haben sie doch auch kein Problem.
  • Ich habe Die Linke gewählt. Ja, ich finde auch nicht alles gut, was dort passiert, im Gegenteil. Aber ich ertrage die CDU nicht mehr, diese ganzen alten weißen Männer, die völlig ohne Selbstreflexion stets die Schuld von sich weisen und trotz katastrophalster Wahlergebnisse weiter an ihrem ganz offensichtlich realitätsfernen Kurs festhalten wollen, weil Macht abzugeben in diesen Kreisen ja immer noch mit Schwäche verbunden wird, nicht mit Anstand. Ja, kann gut sein, dass Die Linke in Berlin auch wenig hinkriegt, aber sie verdienen den Versuch.

Suzy Krause

I Think We've Been Here Before

★ 3.5

Die Welt wird untergehen, sowohl für Hilda und ihren Mann Marlen, der die Diagnose Krebs bekommen hat, als auch für den Rest der Menschheit durch eine Gammastrahlenexplosion in ein paar Wochen. Und jeder geht mit dieser Nachricht und den Tagen bis zum Ende anders um.

Beim Lesen hat sich ständig etwas off angefühlt: natürlich verhalten sich die Charaktere auf einmal anders, machen Dinge, für die sie bisher vielleicht keine Zeit hatten, oder aus der Not der Sache heraus, aber das meine ich noch nicht mal. Es sind so kleine Details, die nicht stimmen, aber aber auch kein Fehler sein können. Und so entwickle ich die ganze Zeit Theorien, was denn nun wirklich passiert sein könnte. Zu spoilern wäre fies, aber ich kann wohl verraten, dass keine meiner Theorien stimmte, ich das Buch am Ende aber trotzdem sehr zufrieden zugeklappt habe. Kanns empfehlen, dreieinhalb von fünf Arcadegames.

Notizen 15. September 2026

  • Rest Days sind wichtig. Wäre schön, wenn mein Kopf das auch langsam mal verstehen würde. Aua aua aua.
  • So long, and thanks for all the fish.

Notizen 13. September 2026

  • Heute fand die Rund um Berlin-RTF statt, meine Beine sagten aber Nö. Mein Kopf übrigens auch, tatsächlich hab ich in den vergangenen vier Jahren auch noch nie so wenig auf dem Rennrad gesessen wie 2026, und irgendwie ist das auch okay. Ich muss ja niemandem was beweisen, das Training fürs nächste Jahr startet noch früh genug und gerade habe ich deutlich mehr Spaß am Kraftsport.
  • Hier ein bisschen gewerkelt: Navigation leicht umgebaut, neue Font und unter jedem Post gibts jetzt zwar immer noch keine Kommentare, aber immerhin eine direkte Möglichkeit mir eine E-Mail zu schreiben. Ist doch auch was.
  • Auf dem Flohmarkt nach dem Preis einer Pentacon Six mit dem üblichen 80mm gefragt. Der Typ war Händler, und mit Gewährleistung war der Preis sogar gut. Für eine Sekunde hats mich in den Fingern gejuckt.