Notizen 20. Oktober 2026
- John Gruber hat mich diese Woche wieder mal daran erinnert, dass er zwar Experte im Bereich Apple ist, aber eben auch Blogger und kein Journalist. Dass man bei ihm vor ein paar Wochen nichts darüber lesen konnte, dass Apple Intelligence jetzt doch mit Userdaten trainiert werden soll, was letztes Jahr ja noch vehement bestritten wurde... halb geschenkt, ging ja auch sonst nicht besonders rum. Aber so aktuell hätte er auch still und leise zurück zu X gehen können, stattdessen macht er sich eben lustig über die Menschen, die der Platform aus verschiedenen Gründen nichts mehr abgewinnen können und ihn darauf hinweisen.
Und I get it, so nüchtern betrachtet. Als ich mal die aktuellen Userzahlen von Bluesky und Mastodon gegoogelt habe war ich ob er geringen Menge doch überrascht, und wenn man auf Reichweite zielt kann nur noch Threads irgendwie mithalten (siehe auch: Politiker, die wieder zu X zurückkehren). Aber den für ihn herzlichen und warmen Empfang zu begrüßen und dabei zu ignorieren, dass man als weißer, heterosexueller Tech-Bro mit besten Verbindungen dort auch nichts zu befürchten hat ist halt schon... naja, ziemlich ignorant eben. - Möglicherweise die erste Erkältung in diesem Herbst. Natürlich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
- Sofern diese ganze AI-Blase nicht irgendwann komplett implodiert sehe ich ja nicht, wie in... ein oder zwei Jahren überhaupt noch Code geschrieben wird, stattdessen wird wohl eher Software gebaut. Das Wissen um Programmiersprachen wird zur Kontrolle wohl weiter wichtig bleiben, aber eben nicht mehr in dem Umfang wie noch vor ein paar Jahren. Ich weiß zwar nicht ob es vor dem Hintergrund sinnvoll ist oder nicht, aber ich hab angefangen mir React beizubringen. Wer weiß, vielleicht kommt demnächst noch ein #buildinpublic dazu.
- Heute auch gelernt: der Chaos Communication Congress wird in einigen Bundesländern als Bildungsurlaub anerkannt. Natürlich nicht in Berlin, leider auch nicht in NRW. Trotzdem... wenn ihr die Chance habt, nutzt sie.
Notizen 12. Oktober 2026
- Ziemliches Plateau beim Bankdrücken. Warum fühlen sich 95 Kilogramm okay an, aber fünf Kilogramm mehr wie eine halbe Tonne?
- Und dann haben wir uns geküsst.
- der ICE heute von Köln nach Berlin hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 110km/h. Das war’s, keine Pointe.
Ein Jahr Thinkpad, ein Jahr Linux
Philipp hat ein wenig über seine kurze Erfahrung mit Linux gebloggt, und das hat mich daran erinnert, dass ich das ja auch schon längst mal machen wollte.
Im Dezember letzten Jahres hatte ich mir ja ein gebrauchtes Lenovo Thinkpad T480s zugelegt. Das Keyboard ist und bleibt überragend, das Display war dagegen so semi, über die Lautsprecher reden wir besser nicht. Die Leistung war an und für sich okay, aber recht schnell kam dann noch ein Thinkpad T14s der zweiten Generation dazu, auf dem ich auch gerade schreibe: Keyboard weiterhin überragend, Lautsprecher immer noch passabel, deutlich besseres Display und spürbar mehr Leistung. Auf beiden Geräten lief bzw. läuft ein Windows 11 falls ich doch mal ein äteres Game anschmeissen will, ansonsten kann mir diese Seuche von einem Betriebssystem gestohlen bleiben - Linux in Form von CachyOS ist die Distribution meiner Wahl.
Ein paar kurze Stichpunkte:
- Die Installation lief bei mir ebenfalls auf beiden Geräten problemlos.
- Dass fast alle Hardware unter Linux out of the box läuft würde ich heutzutage als gegeben betrachten, zumindest wenn es nicht um die allerneusten Geräte geht. Üblicherweise verwende ich z.B. bei der Arbeit noch zwei externe Displays, eins davon hochkant. Egal wie ich den Krempel anstöpsel, sie werden stets erkannt und korrekt zueinander positioniert - für mich nicht unwichtig, weil ich Fenster über Tastaturkürzel verschiebe bzw. positioniere.
Schwierig wird es dort, wo Hardware nicht direkt läuft, in meinem Fall zum Beispiel der Fingerabdruckleser, da müssen dann schnell irgendwelche Pakete per Terminal nachgeladen und Configs im Texteditor angepasst werden, damit der Leser beim Start des Rechners, nicht aber nachdem Aufwecken aus dem Suspend-Modus funktioniert. - Überhaupt, Pakete nachinstallieren. In Cachyos wird das meist ebenfalls per Terminal gemacht, Pacman als Paketmanager ist dabei kein Stück weit intuitiv, danaben gibt es noch Snap, Flatpack, Yay, Brew und wahrscheinlich hab ich noch ein paar andere vergessen. Also irgendwie kriegt man auch die obskureste Software noch installiert. Betonung aber auf "irgendwie".
- Die Flexibilität von Linux kann auch eine Krux sein. Hab zwischendurch die QT-Bibliotheken aktualisiert weil ich ein ganz spezielles Theme für den Login Manager haben wollte, schon hats mir Noctalia Shell zerschossen. Okay, Windows Updates failen ja auch ganz gerne mal, hier ist die Chance dafür aber auch leider recht hoch.
- Gaming unter Linux hab ich schnell aufgegeben. Steam installieren war noch machbar, aber ich hab kein Interesse für jedes Game irgendeine andere Wine-Engine mit kryptischen Befehlszeilen, die ich aus irgendwelchen Foren entnommen habe, auszuprobieren. Das Thinkpad ist sicher kein Gaming-Rechner, weiß ich, aber... naja meine Erfahrung eben.
- Die Konfiguration der Pakete wird in sogenannten Dotfiles gespeichert, also Textdateien, deren Name einen Punkt am Anfang haben. Hat den Vorteil, dass man beim Umzug zu einem anderen Rechner nur ebendiese Dateien kopieren muss, um den exakten Stand wiederherzustellen. Beim T480s hab ich viel ausprobiert, beim T14s war die Installation samt Konfiguration aller benötigten Software in unter zwei Stunden erledigt.
Hat aber eben auch den Nachteil, dass die Konfiguration von vielen Programmen nur über diese Dateien erfolgt, nicht über ein schönes grafisches Interface. - Die Dokumentation von populärer Software wie z.B. Neovim ist gruselig. Nicht jeder hat ein abgeschlossenes IT-Studium, um das auch nur halbwegs zu verstehen, ein bisschen weniger Hochnäsigkeit würde manchen Entwicklern wirklich gut tun.
Ich arbeite mit dem T14s und Linux jetzt seit fast einem Jahr und bin zufrieden. Für den Otto-Normalbenutzer würde ich CachyOS mit Niri als Windowmanager nicht unbedingt empfehlen, aber da gibts ja durchaus zugänglichere Distributionen (Ubuntu, Fedora, Mint) bzw. Windowmanager (KDE, Gnome). Es hat sich auch verdammt viel getan, und dennoch: wenn mal etwas nicht so läuft wie es soll wird es schwierig. Uneingeschränkt empfehlen kann ich es definitiv nicht.
The people holding up the internet
Schön gemachte Seite über die Menschen, die unsere Smartphones, Computer und das Internet von heute überhaupt möglich machen. Bottom line, leider: Open Source Projekte zu pflegen ist ein undankbarer Job.
Eben so

Erster kleiner Ride bei herbstähnlichem Wetter. Muss wohl erst mal wieder reinkommen.


Notizen 5. Oktober 2026
- Ja, ich bin noch da.
- Das Training für die nächste Rennrad-Saison hat heute begonnen. In den nächsten zwei Wochen erst mal ein buntes Potpurri um eine Baseline zu etablieren, auf der dann aufgebaut wird. Diese Saison war mein Ziel ja Rad am Ring bzw. mehr in Richtung Ausdauer und Distanzen, nächstes Jahr möchte ich dann doch ganz gerne wieder ein paar Rennen fahren, und das natürlich vernünftig. Frankfurt-Eschborn und Rund um Köln sind schon gesetzt, mal sehen was noch dazu kommt. Und weil es diese Saison für mich gut funktioniert hat bleibt Claude auch mein Coach.
- Außerdem seit Oktober wieder im leichten Kaloriendefizit um zu Beginn des neuen Jahres möglichst wieder bei meinem Wohlfühlgewicht anzukommen. Das geht ja auch immer mit ein bisschen weniger Energie einher, spätestens wenn es in die Peak- bzw. Spezialisierungsphase vom Rennradtraining geht kann ich mir das aber nicht mehr erlauben. Sollte sich aber zeitlich alles gut ausgehen.
- ...und weil ich ja dumm bin und denke, ich müsste das irgendwie öffentlich dokumentieren um mich damit auch indirekt ein bisschen unter Druck zu setzen habe ich meinen Instagram-Account wieder aktiviert und poste jeden Tag ein Foto vom Training. Immerhin... sonst nutze ich es weiterhin gar nicht und habs auch null vermisst. Die Rohdaten liegen auch schon hier bei Kirby, ich muss mir aber noch über eine Darstellung Gedanken machen, bevor es dann mit der Dokumentation hier weiter geht.
- Neues Pre-Workout, und irgendwie scheint Beta-Alanin bei mir nicht zu wirken, das berühmte "Kribbeln in der Fresse" will sich jedenfalls nicht einstellen. Ob der erhöhte Puls davon kam oder weil ich heute zuerst auf dem Indoor-Trainer saß und und dann erst im Gym war wird sich wohl morgen zeigen.
- In other news: ich habe aus betrieblichen Gründen letzte Woche meine Kündigung erhalten. Natürlich schaue ich auch selber, aber falls hier zufälligerweise jemand mitlesen sollte, der was bzgl. freier Stellen im Frontend- bzw. Full-Stack-Development weiß: holla at me. Wo ist übrigens egal, mich hält nichts in Berlin.


System Shock 2: 25th Anniversary Remaster

Welcome to my world, insect.
Bei Epic gibts noch bis 8. Oktober 2026 um 17 Uhr den Meilenstein System Shock 2 für lau. Die Steuerung mag für heutige Verhältnisse etwas sperrig sein, und man kann dem Remaster durchaus vorwerfen, dass die exzellente deutsche Synchronisation gestrichen wurde, aber die Atmosphäre und auch die Schockmomente bleiben für mich bis heute unerreicht. Ist und bleibt mein All Time-Favorite Game.